Die Norwegische Waldkatze




Bild: Roald Brosig (Cosima von Papadoupolos)



Steckbrief


Größe: groß

Gewicht: Katze: 3,5 - 6 kg; Kater: 5 - 8 kg

Felllänge: Halblanghaar

Fellfarben: alle, außer Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn

Augenfarbe: alle Farben


Ursprungsland: Skandinavien/Norwegen




Bild: Roald Brosig (Cosima von Papadoupolos)



Charakteristika


Bewegungsdrang: hoch

Lautstärke: gering


Pflegeaufwand: mittel

Zeitaufwand: mittel





Aussehen



Norweger sind große Katzen mit halblanghaarigem Fell. Der Körper ist langgestreckt, wobei die Hinterbeine

etwas länger sind als die Vorderbeine, was sie zu exzellenten gewandten Springern macht.

Der Kopf der Norwegischen Waldkatze entspricht in der Form einem gleichschenkligen Dreieck,

das Profil der Katze sollte absolut gerade sein. Das Fell weist eine Besonderheit auf,

die dieser Rasse das Überleben in Skandinavien ermöglichte:

Weiche dichte Unterwolle wird überlagert von langen, leicht fettigen Grannenhaaren.

Nässe perlt von diesem Fell einfach ab, und die wärmende Unterwolle bleibt schön warm und trocken.

Typisch sind der lange Kragen der in eine Hemdbrust übergeht, und die Knickerbockerhosen an den Hinterbeinen,

die von den langen Grannenhaaren des Schwanzes überdeckt werden.

Der Schwanz der Norweger reicht, wenn man ihn über den Rücken legt,

idealerweise mindestens bis zu den Schulterblättern.

Wenn die Katze sich hinlegt, kann sie sich mit ihrem Schwanz einwickeln und hält sich so zusätzlich warm.

Im Frühjahr wird die dichte Unterwolle abgestoßen, und die Katzen haaren stark ab.

 
Norwegische Waldkatzen werden in fast allen Farben mit und ohne Weiß gezüchtet.

Lediglich Lilac und Chocolate sowie Cinnamon und Fawn sind vom Standard ausgeschlossen.

Die Farben Amber und Lightamber sind zwei Farbschläge, die es nur bei dieser Rasse gibt.


Wesen und Charakter



Eine gut sozialisierte Norwegische Waldkatze ist sehr menschenbezogen und plaudert gerne mit

sanften Gurrlauten mit ihren Menschen. Oft sind diese Katzen bis ins hohe Alter verspielt,

und sie haben viel Temperament.

Ebenso wie das Spiel genießen sie die Schmusestunden mit der Familie.

Ihre Spielfreude, die souveräne Toleranz und der ausgeprägte Spieltrieb der Rasse

machen sie zu beliebten Gefährten für Kinder.


Haltung und Pflege



Norwegische Waldkatzen sind sehr gesellig, und man sollte sie daher nicht als Einzelkatzen halten.

Da sie temperamentvoll und verspielt sind, ist auf ausreichend Raum und viel Beschäftigung zu achten.

Ein großer, stabiler, am besten deckenhoher Kratzbaum sollte vorhanden sein.

Das Fell ist mit Ausnahme des Frühjahrs pflegeleicht.

Wöchentliches Kämmen und Bürsten reicht aus, wenn die Katze rassetypisches Fell besitzt.

Während der Abhaarsaison sollte man täglich kämmen, um der Bildung von Knoten im Fell vorzubeugen.

Dazu eignet sich am besten ein Kamm mit rotierenden Zinken, da diese gut durchs Fell gleiten und die Pflege

für die Katze so zum angenehmen Genuss wird. Ein Kämmhilfe-Spray aus dem Fachhandel erleichtert die Pflege zusätzlich.

Norwegische Waldkatzen halten sich gerne bei jedem Wetter im Freien auf. Ein mit Katzenschutznetz gesicherter Balkon

oder ein Außengehege werden gerne angenommen.

Wenn Norweger die Möglichkeit haben, auch während der kalten Jahreszeit nach draußen zu gehen, entwickeln sie ein

besonders dichtes und langes Haarkleid.


Krankheitsanfälligkeiten



Die Norwegische Waldkatze gilt als robust. Seriöse Züchter testen auf HCM (siehe Erbkrankheiten),

sowie auf GSD 4. Diese Glykogenspeicherkankheit wird rezessiv vererbt.

Erbt ein Katzenkind von beiden Eltern das Gen für diese Erkrankung,

wird es meist in den ersten Lebenswochen sterben; es gibt aber auch Fälle, in denen Jungtiere diese erste

Zeit überleben, doch sterben sie spätestens mit zehn Monaten unter furchtbaren Qualen.

Daher ist es wichtig, auf den Test der Elterntiere zu bestehen,

wenn Sie ein Kätzchen dieser Rasse erwerben möchten.

Katzen, die das Gen nur von einem Elterntier geerbt haben, werden als Träger bezeichnet.

Diese Tiere sind gesundheitlich nicht beeinträchtigt und haben eine normale Lebenserwartung,

sollten aber nicht zur Zucht eingesetzt werden, damit die Gykogenspeicherkrankheit aus

der Rasse eliminiert werden kann.


Herkunft und Geschichte



Die Norwegische Waldkatze hat sich durch natürliche Selektion, also ohne Zutun des Menschen,

in Skandinavien entwickelt. Dabei hat sich die Rasse hervorragend den rauen Klimabedingungen

mit heißen trockenen Sommern und eisigen dunklen schneereichen Wintern angepasst.

Sie lebte als Mäusevernichterin auf den Fjordbauernhöfen,

wie bei uns die gewöhnliche Hauskatze. Ende der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts

beobachtete man besorgt den Rückgang dieser halblanghaarigen Schönheiten.

Durch die Vermischung mit kurzhaarigen Hauskatzen gab es immer

weniger Jungtiere mit langem Fell, da das Gen für Kurzhaar dominant gegenüber dem für Langhaar ist.

Einige Norweger schlossen sich zu einer Interessengemeinschaft zur Erhaltung dieser Katzen

zusammen und starteten ein Erhaltungszuchtprogramm.

Seit 1977 ist die Norwegische Waldkatze bei der Fédération International Feline anerkannt

und wird mittlerweile auf allen fünf Kontinenten gezüchtet.


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